…nein, leider nicht. Aber der nicht zu übersehende Mangel an Baugrundstücken selbst in unserer Region führt nach meiner Beobachtung immer häufiger zu großen Herausforderungen. Drei echte und aktuelle Beispiele aus meinem Berufsalltag – ich könnten noch einige weitere aufzählen:

Junges, bauwilliges Paar hat ein Grundstück entdeckt, das vom Makler als Bauplatz inseriert wurde. Tatsächlich liegt das Grundstück jedoch exakt an der Ortsgrenze, also außerhalb des Ortes. Es ist zudem als Landwirtschaftsfläche im Grundbuch ausgewiesen und ein Teil des Flurstücks liegt tw. im Hochwassergefährdeten Bereich lt. Bayernatlas. Hier lauern also einige Gefahren: darf das Grundstück wirklich bebaut werden? Wie hoch ist die Hochwassergefahr tatsächlich? Ist das Grundstück aus Bankensicht überhaupt beleihbar? Welcher Preis ist angemessen? Wie sollte ein möglicher Kaufvertrag ausgestaltet werden?

Ein weiteres Paar hat ein Erbpachtgrundstück in einer bayrischen Großstadt geerbt, das mit einem sehr kleinen Haus bebaut ist. Das Flurstück ist groß genug für eine Bebauung in zweiter Reihe und trotzdem die Abstände zu den Nachbarn einzuhalten. Neben der Thematik Erbpacht stellte sich als weitaus größeres Problem heraus, dass entgegen der Erwartung des Bauträgers und der Kunden eine Bebauung in zweiter Reihe von der Stadt abgelehnt wird.

Ein weiterer potentieller Bauherr hat ein Hanggrundstück erworben – diesen Fall habe ich dieses Jahr mehrfach erlebt, einer dieser Kunden wurde hierbei jedoch von der Kostenkalkulationen für Zufahrt, Abfangen des Hangs, komplizierte Erschließung inkl. mehrerer Revisionsschächte eiskalt erwischt: geschätzte Mehrkosten in Höhe von rund 90.000,- EUR. Da freut man sich, endlich ein Grundstück gefunden zu haben und dann dieser Schlag in die Magengrube…

Allein diese drei Beispiele zeigen, wie vielfältig die Themen sein können, die zu prüfen sind. Kunden, die von vornherein von ihrem Finanzierer auf potentielle Risiken aufmerksam gemacht werden, sparen mitunter viel Zeit & Geld.

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