Einer aktuellen Civey-Umfrage zur Folge wünscht sich die Mehrheit der Deutschen weiterhin Immobilieneigentum. Passend dazu, hat am  vergangenen Mittwoch Bauministerin Klara Geywitz Bundeskanzler Scholz ein Maßnahmenpaket übergeben, um Wohnen günstiger zu machen. Zuvor hatte die Regierung das „Bündnis für bezahlbarer Wohnraum“ im April diesen Jahres ins Leben gerufen.

Das Maßnahmenpaket sieht unter anderem vor, mit Digitalisierung das Bauen zu beschleunigen, Wohngebiete über Dachaufbauten nachzuverdichten und das Bauen in Serie zu fördern, was für mich besonders spannend klingt.

Bezahlbares Wohnen war eines der großen Versprechen im Wahlkampf von Olaf Scholz. 400.000 Wohnungen sollten unter seiner Regierung gebaut werden, und zwar jedes Jahr.

Die Vorschläge sind in zahlreiche Themenfelder aufgeteilt. Klimagerechtes Bauen steht natürlich weiterhin im Fokus: „Durch die Weiterentwicklung der Neubauförderung sollte erreicht werden, dass möglichst viele Wohneinheiten mit höheren Effizienzstandards, möglichst energiesparend und klimaneutral sowie mit möglichst geringem Flächenverbrauch gebaut werden.“ Hierbei kommt auch wieder Neubauförderung (aus Mitteln des Klima- und Transformationsfonds) zur Sprache – wir sind gespannt…

Vereinbart ist auch, dass man eine Expertise erarbeiten will, wie man aus bestehenden Gebäuden mehr Wohnraum schaffen kann. Dies soll etwa durch „Umnutzungen, Dachausbauten und Aufstockungen zu bezahlbaren Mieten“ geschehen lt. Maßnahmenpapier.

Auch existierende Wohnflächen sollen besser zu nutzen. So sollen sich Gemeinden und Bundesländer dazu verpflichten, „Beratungsangebote zur Umsetzung von Wohnungstausch und Umbauprojekten“ zu stärken.

Um Baukosten zu begrenzen soll als eine Lösung das Bauen in Serie umgesetzt werden: „Das serielle und modulare Bauen kann zu der Begrenzung der Baukosten beitragen und soll gefördert werden“, heißt es in dem Papier. Konkret will die „Förderung für den Aufbau von Kapazitäten für den seriellen und modularen Neubau“ bis 2024 ausweiten. Ebenfalls besprochen ist, dass für bestimmte serielle Gebäudetypen eine einmalige Genehmigung reichen soll, sodass sie überall im Land gebaut werden können, ohne langwierige neuerliche Genehmigungsverfahren.

Auch die Umnutzung von „Ladenlokalen, Shoppingmalls und Bürogebäuden in bezahlbaren Wohnraum“ will man angehen, heißt es im Papier. Neubauten will das Bündnis beschleunigen, indem man stärker auf Digitalisierung setzt. Die Bundesländer verpflichten sich z.B., einen digitalen Bauantrag einzuführen.

Aufgrund des Schlingerkurses der KfW in 2022, der weiterhin schleppenden Digitalisierung in Deutschland,  der bisherigen Koalitionsleistungen, den steigenden Zinsen sowie dem bisher völlig verfehlten Ziel bei der Zahl der Neubauwohnungen habe ich große Zweifel, dass wir hier wirklich vorankommen. Ich freue mich, wenn ich daneben liegen sollte…

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